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Finca Buenos Aires

Heimat der Kooperative ADIBA

Vor mehr als 25 Jahren entstand die Idee der Kaffeemarke Mocino genau hier. Eine kleine Gruppe Kaffeebauern träumte von ökonomischer Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und von einer echten Perspektive in den abgelegenen Bergen der Region San Marcos, an der Grenze zu Mexiko. Während eines Besuchs von Rolf Nagel schilderten ihm die kaffeeanbauenden Familien ihre Nöte im Dezember 1998.

Nach umfangreichen Vorarbeiten gründeten Rolf Nagel, Birgit Menzel und andere schließlich im Jahr 2000 den Verein ProGua e.V. und schufen die Kaffeemarke Mocino, um den Kaffeebauern durch den Erwerb ihrer Rohkaffeeerzeugnisse einen Zugang zum internationalen Kaffeehandel und entsprechenden Einnahmeoptionen zu eröffnen. Im Laufe der Zeit konnte der Verein mit ihnen durch eine verlässliche Partnerschaft und bedarfsorientierten, überdurchschnittlich fairen Rohkaffeepreisen mehrere Erfolge feiern.


  • Erwerb des bewirtschafteten Grundstücks
  • Umstellung auf organischen Anbau und Bio-Zertifizierung der Kooperative ADIBA
  • Errichtung zweier Schulgebäude auf dem Gelände der Finca Buenos Aires
  • Bekämpfung von Pflanzenschädlingen
  • Stärkung der Organisationsbildung
  • Aufbau einer verlässlichen Stormversorgung

In die Zukunft

2025 gründeten wir die Mocino GmbH, um das Kaffeegeschäft des Vereins ProGua e.V. zu übernehmen, der über viele Jahre ein nachhaltiges Nachfolgeteam gesucht hatte. Wir möchten den Kaffeebauern auch in Zukunft eine Plattform bieten, ihren hochwertigen Kaffee zu fairen Preisen international zu vermarkten. Im gleichen Schritt trat die Mocino GmbH dem Verein ProGua e.V. bei, um sich zukünftig nicht nur finanziell an der Projektumsetzung zu beteiligen, sondern diese langfristig mitzugestalten.

Aktuelle Projekte

Neues Schulgebäude

Errichtung eines zweiten Schulgebäudes für ganzjährigen Schulunterricht.

Trinkwasserprojekt

Aufbau einer stabilen und sauberen Trinkwasserversorgung.

Was bisher geschah

25 Jahre Projektarbeit

1996

Wie alles begann.

Eine Gruppe von Campesinos kämpfte um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen auf der Kaffeefinca eines Großgrundbesitzers in Guatemala, in der Provinz San Marcos. Es ging ihnen um den Erhalt des gesetzlichen Mindestlohnes (von damals ca. USD 2,– pro Tag), um Material zur Abdichtung ihrer bescheidenen Hütten als Schutz vor den Wassermassen in der Regenzeit und um die Wiederherstellung der Stromversorgung. Diese Grundrechte wurden ihnen verweigert. Sie besetzten die Finca, auf welcher viele der Familien der Campesinos unter ärmlichen Bedingungen teilweise schon seit Generationen lebten.

Die Familien wurden vom Großgrundbesitzer mit Hilfe des Militärs gezwungen, die Finca zu verlassen. Dies geschah in den beiden letzten Jahren des 30 Jahre währenden Bürgerkrieges in Guatemala, in den Jahren 1995 und 1996.

Mit der bescheidenen Abfindung, welche die Familien erhalten hatten, erwarben sie nach dem Ende des Bürgerkrieges vom staatlichen guatemaltekischen Landfonds schließlich im Jahre 1998 eine brachliegende Kaffeefinca.

 

2003

ADIBA X ProGua e.V.

Die Campesinos wussten zwar, wie man einen hochwertigen, exzellenten Rohkaffee produziert, doch einen fairen Preis für ihre besonderen Produkte erhielten sie nicht.

Im Dezember 1998 versprach Rolf Nagel nach Wegen zu suchen, um ihre prekäre Situation zumindest teilweise zu verbessern.

Nach vielen Vorarbeiten (die Gründer:innen von ProGua e.V. mussten sich mit den Besonderheiten des deutschen Kaffeemarktes vertraut machen, ein Konzept für die Vermarktung erarbeiten, Verpackungen und eine Verkaufsplattform schaffen, Finanzmittel für den ersten Import und die entstehenden Kosten einwerben) war es im Juni 2001 endlich so weit.

Mocino wurde im Rahmen eines Benefizkonzertes für Guatemala im Markt eingeführt.

So konnten sie unseren Partnern am Vulkan Tajumulco die Hoffnung geben, gemeinsam an einer besseren Zukunft für die Familien in Guatemala zu bauen.

Hoffnung und Menschlichkeit

Nun gibt es Mocino bereits seit mehr als 25 Jahren. Und was ist in dieser Zeit geschehen?

Konnten die Erwartungen der Kaffeebauern erfüllt werden?

Wir meinen ja.

Seit jeher

Projektarbeit und Partnerschaft

In Notfällen stand der Verein ProGua seinen Partnern zur Seite. So unterstützten sie die Gemeinde nach dem verheerenden Hurrikan Stan 2005 und auch im Jahr 2010 nach starken Regenfälle und Stürmen, welche einen großen Teil der Ernte vernichteten. Mit der Notfallhilfe kauften die Partner in Guatemala Baumaterial zur Reparatur ihrer Unterkünfte, sie kauften neue Kaffeesetzlinge, sowie Medikamente und Nahrungsmittel.

Darüber hinaus unterstützte der Verein sie durch die Vermittlung von handwerklicher, kaufmännischer und agrarwirtschaftlicher Beratung.

Wichtigstes Projekt war jedoch über all die Jahre der Zusammenarbeit, die 84 Familien von ADIBA am Fuße des Vulkans Tajumulco in ihrem Kampf für das Eigentum an dem von ihnen bewirtschafteten Land zu unterstützen. Am Samstag, 15. Februar 2020 war es schließlich soweit. In einer
Besprechung mit den Familien von ADIBA schilderten sie, dass die Übertragung
des Eigentums an dem Land bevorstünde. Es fehlten lediglich noch zirka 18.750 €. Spontan sagte der Vorstand von ProGua vor
Ort zu, das fehlende Kapital durch einen verlorenen Zuschuss von 10.000 € und ein unverzinsliches Darlehen von Euro 8.750 zur Verfügung zu stellen. Die Konstruktion eines Kredites erschien ihnen wichtig, um den Menschen ihre Würde und die Bindung zu dem Land, dass sie dann durch ihre eigene Arbeit, Mühen und Erfolge erwerben werden, zu geben.

Zwischenzeitlich konnte aus einem kleinen Verschlag, der als Schule diente, auch ein stabiles Schulgebäude errichtet werden. In diesem Gebäude werden nun neben den Kindern unserer Partner auch die Kinder der Arbeiter von umliegenden Kaffeeplantagen unterrichtet. Im Jahr 2022 folgte der
Bau eines weiteren Schulgebäudes, das der Verein ProGua e.V. mit 9800 USD
finanziell unterstützte. So können die Kinder auch während der Hochsaison, in der das alte Schulgebäude bisher als Unterstand für die Ernte diente, weiter zur Schule gehen.

Wie geht es weiter?

Neben einer überdurchschnittlich fairen Entlohnung für ihren Kaffee, investieren wir mindestens 1€/kg verkauften Röstkaffees in Projekte rund um unsere KaffeepartnerInnen. Der Verein ProGua e.V., indem wir selbst Mitglied sind, ist dabei unser Partner für unsere Projektbeteiligung in Guatemala.

Aktuell finanziert der Verein den Aufbau einer Trinkwasserquelle auf der Finca Buenos Aires.